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Thema Aktuell

Arzneimittel-Kombinationen:


Wann wird's gefährlich?

Wer kennt das Problem nicht? Mit jedem seiner Freunde versteht man sich prächtig, aber sobald zwei dieser Freunde gemeinsam eingeladen werden, kommt es zum Streit. "Die Chemie stimmt eben nicht". Genau das gleiche kann passieren, wenn man mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnimmt. Obwohl jedes Medikament einzeln positiv auf die Gesundheit wirkt, können bei gleichzeitiger Einnahme unerwünschte, ja mitunter sogar lebensgefährliche Wechselwirkungen auftreten.

Genau wie zwei Menschen, die sich zufällig treffen, sich spontan sympathisch oder unsympathisch sein können, so können zwei gleichzeitig eingenommene Arzneimittel sich derart beeinflussen, daß es zu Wirkungsverlust aber auch zur Verstärkung kommen kann. Können diese Folgen vorhergesehen werden? Sind vielleicht solche unerwünschten Wirkungen bei bestimmten Arzneimitteln besonders häufig? Muss an solche Probleme auch gedacht werden, wenn man sich selber Arzneimittel in der Apotheke kauft, ohne ein Rezept vom Arzt? Was kann passieren, wenn Medikamente von verschiedenen Ärzten verordnet werden?


Weiß Ihr Hausarzt, was Ihr Frauenarzt Ihnen verschreibt?

Wenn der Hausarzt ein Mittel gegen eine Pilzinfektion oder zur Behandlung einer Bronchitis verschreibt, kann dadurch z. B. die empfängnisverhütende Wirkung der "Anti-Baby-Pille" - die ja der Frauenarzt verordnet - gestört werden. Eine ungewollte Schwangerschaft durch "Pillenversager" droht als Folge. Ein Antibiotikum kann auch zusammen mit einem blutgerinnungshemmenden Mittel zu ernsten Komplikationen führen. Es ist daher unbedingt wichtig, daß der Arzt, bevor er ein Medikament verschreibt, über sämtliche Arzneimittel, die eingenommen werden, informiert ist. Auf jeden Fall kann der Apotheker, der als Schnittstelle zwischen Arzt und Patient beide Verordnungen kennt, über die Verträglichkeit der Medikamente informieren.


Auch mit rezeptfreien Medikamenten kann es gefährlich werden!

Diese Beratung durch den Apotheker ist besonders wichtig bei Arzneimitteln, die wegen leichterer Beschwerden im Rahmen der Selbstbehandlung gekauft werden. So sollten beispielsweise Patienten, die bestimmte Herzmittel einnehmen, sehr vorsichtig mit der Einnahme von Abführmitteln sein. Durch das Abführmittel kann nämlich die Wirkung des Herzmedikamentes so stark gesteigert werden, daß unter Umständen lebensgefährliche Störungen der Herzfunktion auftreten können. Aber auch der umgekehrte Fall ist denkbar. So können etwa Mittel gegen Sodbrennen die Wirkung von Antibiotika aufheben. Selbst ein so bekanntes Mittel wie die Acetylsalicylsäure ("Aspirin") kann zusammen mit anderen Medikamenten ungewöhnliche Folgen haben, zum Beispiel plötzliche Blutungen. Für den Laien ist dies nicht überschaubar! Die Beratung bei der Auswahl eines geeigneten Medikaments zur Selbstbehandlung ist deshalb wichtig. Der Apotheker kennt diese Zusammenhänge. Er empfiehlt Arzneimittel, die sich mit den anderen Medikamenten gut vertragen.


Auch die Ernährung kann die Wirkung von Arzneimitteln beeinflussen!

Dass Medikamente nicht gerade mit einem Schluck Bier, Wein oder Schnaps heruntergespült werden sollten, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Aber es gibt noch mehr zu berücksichtigen! Allein die Frage, ob Medikamente besser vor, während oder nach der Mahlzeit eingenommen werden sollen, muß für das jeweilige Arzneimittel individuell entschieden werden. Hier gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien. Zusätzlich gibt es aber für einige Medikamente spezielle Unverträglichkeiten. So wirken z. B. manche Antibiotika nicht oder weniger gut, wenn man sie mit einem Glas Milch einnimmt. Auch besonders fettreiche Nahrung kann sich auf die Wirkung von Medikamenten positiv oder negativ auswirken. Sogar bestimmte Gemüse wie Brokkoli, Kohl und Bohnen oder Käse können die Wirksamkeit eines Arzneimittels entscheidend verändern!


Der Apotheker ist Arzneimittelfachmann!

Arzneimittelwechselwirkungen - soviel steht fest - sind auf keinen Fall ein Tummelplatz für Laien. Auch wenn sie nicht unbedingt lebensgefährlich sein müssen, können sie doch die Wirksamkeit eines Arzneimittels entscheidend beeinflussen. Egal, ob es also um Medikamente geht, die vom Arzt verschrieben wurden, um Mittel im Rahmen der Selbstmedikation, oder ob es um Fragen zum Einfluß der Ernährung geht: In der Apotheke kann man individuell Rat einholen.

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