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Raucherentwöhnung

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Blauer Dunst aus hunderten von Stoffen
Dass Rauchen der Gesundheit schadet, weiß wohl jeder. Und Warnhinweise auf jeder Zigarettenschachtel machen immer wieder erneut darauf aufmerksam. Aber nicht das Nikotin selber ist das Gefährlichste am Tabak. Über 4000 Einzelstoffe konnten Wissenschaftler im Rauch einer Zigarette ausfindig machen. Für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Atherosklerose, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist u. a. das mit dem Rauch eingeatmete Kohlenmonoxid verantwortlich. Der Rauch nur einer Zigarette enthält tausendmal mehr Kohlenmonoxid, als an einem Arbeitsplatz maximal erlaubt wäre! Auch die vermeintlich weniger schädlichen "leichten" Zigaretten erzeugen die gleiche Menge dieses gefäßschädigenden Stoffes. Der im Tabak enthaltene Teer schädigt vor allem die Lungenschleimhaut - chronischer "Raucherhusten" ist die Folge. Nicht zuletzt treten verschiedene Krebsarten beim Raucher gehäuft auf, verursacht u. a. durch im Rauch enthaltene sogenannte polyzyklische Kohlenwasserstoffe, Nitrosamine und Cadmium. Das Nikotin ist jedoch der Stoff, der süchtig macht - und es dem Raucher trotz Einsicht so schwer macht, das Rauchen aufzugeben.

Entgiftungserscheinungen dauern bis zu 15 Jahre
Schon 20 Minuten nach der "letzten Zigarette" erholt sich der Körper spürbar (s. Abb.). Der Pulsschlag sinkt, nach nur einem Tag geht das Herzinfarktrisiko zurück, das Atmen und Gehen wird bereits nach wenigen Wochen leichter. Nach drei Tagen Abstinenz kann man wieder besser riechen und schmecken. Auch dem Aussehen tut der Rauchstop gut: Die Haut wird besser durchblutet und gestrafft. Nicht zuletzt lohnt sich das "Nicht-mehr-Rauchen" auch finanziell: Wer täglich eine Schachtel geraucht hat, spart in einem Jahr fast 2000 Mark. Bis der Körper aber wieder auf dem gesundheitlichen Niveau eines Nichtrauchers ist, können bis zu 15 Jahre vergehen.

Abhängigkeitsgrad entscheidet über Methode
Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Aufhören ist die Beobachtung des eigenen Rauchverhaltens: Wann am Tag, in welcher Situation, aus welchem Grund wird eine Zigarette angezündet? Nur so kann man das Verhalten bewußt ändern und für ganz bestimmte Situationen Möglichkeiten suchen, das Rauchen zu ersetzen. Auf diese Weise soll das Nichtrauchen "gelernt" werden. Entscheidend für den Erfolg ist aber auch der Grad der Nikotinabhängigkeit - je höher die Abhängigkeit, desto eher werden unterstützende Maßnahmen zur Entwöhnung erforderlich sein.

Erster Schritt: "Schlußpunkt" setzen
Mit Abstand der erfolgreichste Weg zur Raucherentwöhnung ist die sogenannte Schlusspunktmethode: 80% der ehemaligen Raucher haben es geschafft, abrupt aufzuhören, z. B. zu Beginn eines neuen Jahres oder während eines Urlaubes. Wer nicht so entschlussfreudig ist, kann auch schrittweise den Griff nach der Zigarette reduzieren - allerdings ist diese Methode weniger erfolgversprechend und nur im Rahmen einer Gruppentherapie zu empfehlen. Alternative Methoden wie Akupunktur und Hypnose sind allenfalls kurzfristig zur Unterstützung der Entwöhnungsphase hilfreich, lassen den Raucher aber passiv und ändern sein Verhalten nicht.

Nikotinsubstitution mindert Entzugssymptome
Beim Rauchstopp ist teilweise mit erheblichen Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, Unkonzentriertheit oder Hungergefühlen zu rechnen. Um in diesen Fällen nicht gleichzeitig Verhaltensänderung und Nikotinabstinenz üben zu müssen, ist der vorübergehende Ersatz des Nikotins durch Pflaster oder Kaugummis ratsam. Nikotinhaltige Kaugummis und Pflaster und Sprays in verschiedenen Stärken - je nach täglich gerauchter Zigarettenzahl - sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Verhaltenstraining maximiert Erfolg
Wissenschaftliche Studien haben es bewiesen: Der erfolgreichste Weg zur Entwöhnung starker Raucher ist eine Dreierkombination aus abrupter Zigarettenabstinenz, Nikotinsubstitution und Verhaltenstraining. Dabei verdoppelte der Nikotinersatz die Erfolgsquote, zusätzlich trainierte Verhaltensänderung erhöhte die Rate nochmals um etwa 50%. Insgesamt schafft es aber doch nur maximal ein Drittel der Raucher, dauerhaft von der Zigarette loszukommen - Zeichen dafür, daß Wille und Motivation die entscheidendsten Faktoren des Erfolges sind.

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