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Thema Aktuell

Das Immunsystem

Alle reden davon, wie man das Immunsystem (oder die Abwehrkräfte) stärken kann. Sind die Abwehrkräfte geschwächt, wird man schneller krank. Was genau verbirgt sich aber hinter dem Begriff "Immunsystem" und wie kann man sich seine Funktion ganz grob vorstellen?

Eigentlich ist unser Abwehrsystem sehr unscheinbar – wir können es weder sehen, noch hören, schmecken oder riechen. Trotzdem ist es im Körper allgegenwärtig und leistet Großartiges. Am besten läßt sich das Immunsystem mit dem Militär vergleichen. Seine Arbeitsweise ist ganz ähnlich strukturiert: Es muß den Organismus von Angreifern von außen verteidigen. Sehr häufig sind dies Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Unter solchen Mikroorganismen gibt es allerdings auch "gute" Helfer, die das Abwehrsystem in seiner Arbeit unterstützen. Es gilt also zu unterscheiden und die tatsächlich krankmachenden Eindringlinge niederzukämpfen, die anderen am Leben zu lassen. In jedem Winkel des Körpers und zu jeder Stunde halten die Zellen des Immunsystems quasi Wache und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Dort, wo die Grenzlinien des Körpers nach außen sind, z.B. auf der Haut, den Schleimhäuten und im Verdauungstrakt sind sie besonders wachsam, denn von hier aus gelangen die meisten "ungebetenen Gäste" in den Körper. Ist ein "Feind" erkannt, alarmieren die Wächter sofort Helfertrupps und Verstärkung zur "Beseitigung des Angriffs". Von all diesem Geschehen bemerkt man zunächst nichts – erst in dem Moment, wo unsere "Abwehrzellen" quasi in der Unterzahl sind, der "Feind" die Oberhand erhält, stellen sich Krankheitssymptome ein. Spätestens dann ist Hilfe notwendig: ein wichtiger natürlicher Faktor: die Regulation der Körpertemperatur - wenn sie steigt, arbeiten die Zellen des Abwehrsystems noch besser, aber das Fieber kostet den Körper jede Menge Kräfte – man fühlt sich schlapp und abgeschlagen.

Steigt das Fieber über 38,5 Grad Celsius, sind Medikamente und ärztliche Hilfe notwendig, um Schlimmeres zu vermeiden. Der Kinderarzt verordnet eventuell auch ein sog. Antibiotikum, ein speziell ausgewähltes Arzneimittel, was den jeweiligen Krankheitserreger sicher schachmatt setzt; natürlich nur, wenn die Einnahmevorschriften des Arztes streng befolgt werden. Nach einer solchen Antibiotikatherapie ist es wichtig, die körpereigenen Abwehrkräfte wieder aufzubauen. Ein ganz wichtiger Ansatzpunkt ist die Wiederherstellung der "natürlichen Darmflora". Das sind bestimmte Mikroorganismen, die normalerweise die Darmschleimhaut besiedeln und dafür sorgen, daß die Abwehrkräfte immer gut trainiert werden. Verordnete Antibiotika können hier nicht so gut wie die Abwehrzellen unterscheiden und legen sicherheitshalber alles lahm. Ist die Darmflora aber nicht intakt, kann es sein, daß der nächste Infekt nicht lange auf sich warten läßt.

Gesunde Darmflora
Die vielzitierte gesunde Vollwerternährung spielt hier eine wichtige Rolle. Nach Antibiotikaeinsatz kann es auch sinnvoll sein eine gewisse Zeit lang sog. "Probiotika" in Tropfen- oder Kapselform einzunehmen. Es gibt inzwischen auch eine Reihe probiotischer Lebensmittel mit unterstützender Wirkung. Am einfachsten achten Sie darauf, daß Ihr Kind nach einer Erkrankung viele Sauermilchprodukte zu sich nimmt (Joghurt, Kefir, Buttermilch, Molke, etc..)

Das, was wir über die Funktion des Immunsystems wissen, ist gerade mal die Spitze eines Eisberges. Ständig gewinnt der Forschungsbereich der "Immunologie" neue Erkenntnisse hinzu. Mit jeder Studie wird klarer, daß unsere Körperabwehr nicht als unabhängiges System arbeitet, sondern in ein gewaltiges Regelwerk eingebettet ist. Diesem gehören auch das Nervensystem und sog. seelische Faktoren an. Kein Wunder also, daß das Immunsystem ein direkter Spiegel unseres Befindens ist: sind wir fröhlich und ausgelassen, ist auch die Körperabwehr guter Stimmung. Glücksgefühle bringt sie auf Hochtouren – man entwickelt "Bärenkräfte" und nichts kann einen "umhauen". Auch körperliche Bewegung im Freien hat einen ganz ähnliche Effekt, genauso ein ausgewogener Schlafrhythmus und gesunde Ernährung.
Was macht das Immunsystem krank?
Dauerstreß, Schlafmangel, Sorgen, Stubenhocken, fettes Essen, Nikotin und Alkohol, zu viel Süßigkeiten. Kurzfristig ist das alles kein Problem (z.B. an Nikolaus, wenn Ihre Kinder mehr Süßigkeiten als sonst bekommen), aber auf Dauer kann das Abwehrsystem das nicht vertragen: es macht schlapp. Die Folge, man bekommt z.B. einen Infekt, ist müde, antriebsarm und fühlt sich einfach schwach. Das Risiko, Probleme mit dem Immunsystem zu bekommen, ist um so größer, je mehr schädigende Faktoren zusammen kommen. Dauerstreß z.B. kann bereits bei Grundschulkindern ein Thema sein: ist der Terminkalender der Kleinen täglich voll? Wieviel Zeit bleibt noch zum freien Spiel? Wenn Ihr Kind häufiger krank ist, hinterfragen Sie ruhig einmal die Gründe. Mit Krankheitserregern wird man eigentlich grundsätzlich konfrontiert – die Kompetenz unseres Immunsystems entscheidet darüber, ob man tatsächlich erkrankt.